Das heutige Langschiff

Manche Besucher der Kirche meinen eine Baustelle vorzufinden. Dieser Eindruck ist nicht ungewollt. Denn in der Tat ist die Kirche Jesu Christi, die Gemeinde, eine Baustelle Gottes:

In ihr baut unser HERR selbst an Seinem Reich in dieser Welt, auferbaut aus lebendigen Steinen die Gemeinde zu einem geistlichen Hause.

ER auferbaut die Gemeinde zum Dienst, zur Nachfolge Jesu. Jesus wählte den Weg der Niedrigkeit, nicht der Herrschaft und Herrlichkeit.

Eben darin ist ER auch der Baumeister dieser Kirche, deren Würde in einer anderen “Schönheit” liegt als man sie gewöhnlich vorfindet. Ihr schönster Schmuck ist die sich darin versammelnde Gemeinde.

Die nicht abgeschlossene Wiederherstellung dieser Kirche macht deutlich, dass nicht die Restauration, sondern die stete Reformation im Sinne geistlicher Erneuerung Kennzeichen einer nach Gottes Wort reformierten Gemeinde ist.

Die Bodenpflasterung passt sich der "Unfertigkeit" der Wände weitgehend an. Sie erinnert an Markt und öffentliche Plätze. Die Predigt geschieht öffentlich. Der Zuspruch des Evangeliums Jesu Christi wie auch sein Anspruch an uns gehören in die Welt. Wie Pilger zur Rast auf dem Markt sammelt sich die Gemeinde als wanderndes Gottesvolk zum Gottesdienst.

Die Spuren der Zerstörung sind bleibende Mahnung daran, dass das Friedens-Zeugnis der Kirche nicht im eigenen Belieben steht, sondern Wesensmerkmal des Evangeliums ist.

In diesem Sinne dient die auch und gerade im jetzigen Zustand der Gemeinde als gottesdienstliche Versammlungsstätte.

Aber auch als Ort der Begegnung und Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur hat die “Kirche mit dem Schiefen Turm” in Soest einen festen Platz. Die Kirche wird für Ausstellungen und musikalische Veranstaltungen gerne genutzt.

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